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Energieeffizienzklassen für Häuser

Wer sich eine Immobilie kaufen will, der trifft seine Entscheidung nach vielen unterschiedlichen Kriterien. Preis, Lage, Größe, Ausstattung und Baujahr sind seit Jahrzehnten wichtige Kenngrößen. Dagegen ist der Energiewert des Gebäudes erst seit einigen Jahren zu einem festen Beurteilungsmerkmal für den Wert einer Immobilie geworden. Wichtig dafür war die Einführung des Energieausweises im Jahre 2007. Hier werden Gebäude, ähnlich wie Haushaltsgeräte, in Energieeffizienzklassen eingeteilt, sodass sie miteinander vergleichbar sind. Daneben existieren viele weitere Bezeichnungen für Gebäude, wie Passivhaus, KFW-40 oder KFW-60 Haus, Drei-Liter Haus u.v.m. Was die einzelnen Klassen im Detail bedeuten und welche "Hausvarianten" sich dahinter verbergen, erfahren Sie hier.

Wie bringe ich die Energieeffizienzklasse eines Hauses in Erfahrung?

Im Gesetz gibt es dazu klare Regeln: Jeder Verkäufer oder Vermieter einer Immobilie muss ungefragt den Energieausweis des Gebäudes vorlegen - und das schon bei der Besichtigung. Ferner müssen die wichtigsten Energiewerte bereits beim Inserat einer Immobilie genannt werden. Im Energieausweis finden Sie ein Tachoband, das von Grün nach Rot verläuft und auf dem verschiedene Energieklassen eingezeichnet sind. Hier sind der Energiewert des Gebäudes und dessen Einstufung vermerkt.

Was bedeuten die Energieeffizienzklassen im Detail?

Genau wie bei Haushaltsgeräten verlaufen die Energieklassen alphabetisch. Dabei bezeichnet A einen niedrigen oder keinen Energieverbrauchswert. Dem Alphabet folgend werden die Verbrauchswerte höher. Am 1. Mai 2014 wurden die Energieklassen für Gebäude neu eingeteilt, Energieeffizienzklasse Haussodass es zwei verschiedene Versionen der Klassifizierung bei den Energieausweisen gibt. Die älteren Versionen sind weiterhin 10 Jahre gültig und teilen die Energieklassen von A bis J ein:

  • Energieeffizienzklasse A entspricht dabei dem KFW-40 Haus oder auch dem Passivhaus. Hier werden Gebäude mit einem Energiewert von 0 - 40 kWh/(m²·a)eingestuft.
  • In der Energieeffizienzklasse B finden sich Gebäude mit einem Energiewert von 40 - 60 kWh/(m²·a). Andere Begriffe sind KfW-60 Haus oder auch 3-Liter-Haus.
  • Die Energieeffizienzklasse C umfasst Gebäude mit einem Energiebedarf von 60 - 80 kWh/(m²·a). Diese Verbrauchswerte finden sich typischerweise bei einem klassischen Niedrigenergiehaus. Dieses erfüllt die Vorgaben 55 - 70 kWh Heizwärmebedarf/m² oder einen Heizwärmebedarf von 25 Prozent unter der bestehenden Wärmeschutzverordnung kombiniert mit einer effizienten Heizungsanlage.
  • Die Energieeffizienzklasse D findet sich häufig bei Neubauten, die der EnEV-Anforderung (EnEV=Energieeinsparverordnung) entsprechen. Ihr Energiebedarf liegt bei 80-110 kWh/(m²·a). Ebenfalls fallen darunter sehr gut modernisierte Altbauten mit einer Dämmung von 20 bis 25 cm und einer effizienten Heizungsanlage.
  • Die Energieeffizienzklasse E gilt für Häuser mit einem Energieverbrauchswert von 110 - 150 kWh/(m²·a). Dabei handelt es sich meist um Einfamilienhäuser, die die Mindestanforderungen aus der Energieeinsparverordnung gerade noch einhalten. Mehrfamilienhäuser mit diesen Kriterien sind in der Regel schon in der Klasse D eingeordnet. Bei Altbauten deutet diese Energieklasse bereits auf eine höherwertige Modernisierung hin.
  • Die Energieeffizienzklasse F umfasst Gebäude mit einem Verbrauchswert von 150 - 200 kWh/(m²·a). Hier finden sich in der Regel Altbauten, die nach Anforderungen der EnEV an Bestandsimmobilien komplett modernisiert wurden.
  • Die Energieeffizienzklasse G deutet auf eine nur teilweise erfolgte Modernisierung von Altbauten hin. Hier wurden Teilflächen isoliert oder lediglich eine neue Heizungsanlage verbaut. Der Energieverbrauchswert liegt bei 200-300 kWh/(m²·a).
  • Die Energieeffizienzklassen H-J stehen für Gebäude, bei denen praktisch keine Energiesparmaßnahmen durchgeführt wurden. Bestenfalls findet sich in der Klasse H noch eine Isolierverglasung. Die Energieverbrauchswerte sind mit über 300 kWh/(m²·a) hoch.

Mit der Novellierung der Energiesparverordnung am 1. Mai 2014 wurden die Energieeffizienzklassen I und J abgeschafft. Dafür gibt es nun auch bei Gebäuden eine Klasse A+. Die Einstufungen haben sich wie folgt verändert:

  • Energieeffizienzklasse A+ < 30 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse A < 50 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse B < 75 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse C < 100 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse D < 130 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse E < 160 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse F < 200 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse G < 250 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse H > 250 kWh/(m2·a)

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

Detailinfos zur Energieeffizienzklasse F
Detailinfos zur Energieeffizienzklasse G
Was ist ein Energieausweis?